Mögliche Wiederinbetriebnahme des Eisenbahnverkehrs auf der Strecke Rumburk (CZ)-Ebersbach wird Thema im Landtag

Dresden. Die haushaltspolitische Sprecherin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag Franziska Schubert hat eine Kleine Landtagsanfrage zum Thema "Wiederinbetriebnahme des Eisenbahnverkehrs auf der Strecke Rumburk (CZ) - Ebersbach" an die Staatsregierung gestellt. Schubert lebt selbst in Ebersbach-Neugersdorf.
 
"In den gegenwärtigen Kürzungs- und Abbestellungsdebatten möchte ich gern einen Akzent für eine auskömmliche Verkehrsanbindung des Oberlandes setzen; auch, weil mich Bürgerinnen und Bürger meiner Heimatstadt darauf angesprochen haben", sagt Schubert.

 

"2010 wurde der Regelverkehr auf der Strecke Rumburk – Ebersbach abbestellt. Begründet wurde dies mit mangelnder Nachfrage. Damals gab es nur einen reinen Wochenendverkehr mit fünf Zugpaaren, der Lückenschluss zwischen Sebnitz und Dolni Poustevna nach Rumburk existierte noch nicht. Er wurde erst 2014 realisiert. Seitdem wird die Strecke Decin – Sebnitz – Dolni Poustevna – Rumburk im Zweistundentakt bedient, was einen großen Fortschritt für die Region und den direkten grenznahen Bahnverkehr bedeutet."

 

"Jetzt ist es Zeit für den nächsten Schritt. Würden die vorhandenen Verkehrsleistungen miteinander verbunden, könnte ohne infrastrukturellen Mehraufwand eine weitere schnelle Verbindung geschaffen werden. Erforderlich ist dafür die Wiederinbetriebnahme der Strecke Rumburk – Ebersbach. So können neue Potentiale im grenzüberschreitenden Verkehr von der Oberlausitz über die Region um Šluknov zum Elbsandsteingebirge hin erschlossen werden. Insbesondere für den Tourismus ist das von großer Bedeutung", erklärt die Abgeordnete.
 
"Um die verkehrspolitisch sinnvolle Streckenverlängerung auf die Agenda zu setzen, habe ich u.a. folgende Fragen gestellt: Wie stellen sich aus Sicht der Staatsregierung die Potentiale der Verlängerung des 2014 erfolgten Lückenschlusses der Schienentrasse zwischen Sebnitz und Dolni Poustevna über Rumburk nach Ebersbach dar? Wie kann und wird die Staatsregierung gemäß des sächsischen ÖPNV-Gesetzes sowie des Koalitionsvertrages zwischen CDU und SPD die Einrichtung einer solchen, das Oberland touristisch aufwertenden Strecke unterstützen?"
 
Franziska Schubert will darüber hinaus wissen, ob und mit welchem Ergebnis seitens der Staatsregierung Gespräche mit tschechischen Partnern, dem Zweckverband Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien (ZVON) und der Stadt Ebersbach-Neugersdorf zu diesem Thema geführt wurden oder in naher Zukunft aufgenommen werden.
 
"Außerdem interessiert mich, welche Haltung Verkehsminister Martin Dulig zu einer Reaktivierung der Strecke von Ebersbach bis nach Löbau hat, da dies eine Verbindung Rumburk – Ebersbach zusätzlich aufwerten würde und zudem für den Oberlausitzer Binnenverkehr sinnvoll wäre", dokumentiert Schubert ihre Fragen an Minister Dulig.
 
Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag kritisiert die durch den Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) für 2017 öffentlich angedachte Abbestellung der Bahnverbindung zwischen Pirna und Sebnitz entschieden.
"Statt für die vorzeitige Kündigung langlaufender Verträge mit der Städtebahn Entschädigungen zu zahlen, sollte das Geld lieber in die noch bessere Vermarktung der Strecke oder eine Streckenverlängerung nach Ebersbach investiert werden", fordert Franziska Schubert.
 
"Erst 2014 konnte der Eisenbahn-Grenzübergang Sebnitz - Dolni Poustevna nach jahrelangem Kampf wieder in Betrieb genommen werden. Eine Streckenabbestellung wäre ein Schildbürgerstreich und der Einstieg in eine Abwärtsspirale beim Eisenbahnverkehr in der Region vorprogrammiert.“
 
Die Antworten der Staatsregierung auf die Fragen der Abgeordneten werden am 1. März vorliegen.
 
Kleine Anfrage von Franziska Schubert (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) (Drs. 6/4112): Wiederinbetriebnahme des Eisenbahnverkehrs auf der Strecke Rumburk (CZ) - Ebersbach (Landkreis Görlitz): http://edas.landtag.sachsen.de/viewer.aspx?dok_nr=4112&dok_art=Drs&leg_per=6&pos_dok=0