Spree: Vom klaren Quellwasser zum ockerbraunen, belasteten Fluss

Schubert/Raschke: Sachsen und Brandenburg müssen Engagement gegen Verockerung der Spree verstärken

 

Dresden. Die bündnisgrünen Landtagsabgeordneten Franziska Schubert (Sachsen) und Benjamin Raschke (Brandenburg) fordern auf ihrer Radtour "Für eine klare Spree" von der Sächsischen und Brandenburger Staatsregierung ein verstärktes Engagement gegen die Verschmutzung der Spree mit Eisenocker und Sulfat. „Während an der Spreequelle in Neugersdorf das Wasser noch klar zu Tage tritt, ist der Fluss nur ca. 80 Kilometer weiter an der Landesgrenze von Sachsen und Brandenburg ein sulfatbelastetes, ockerbraunes Gewässer ‒ man sieht, man riecht es, wie krank der Fluss hier ist“, stellte Franziska Schubert am Mittwoch in Spreewitz (Landkreis Bautzen) fest.

 

Sachsen und Brandenburg müssen sowohl ihre Kommunikation als auch die Koordination von Maßnahmen bezüglich der Verockerung der Spree ausbauen, um den Zustand des Fließgewässers zu verbessern. "Ein Ansatz wäre, den Bau einer Flusskläranlage auf sächsischer Seite zu prüfen", so Schubert nach Gesprächen mit Bürgermeistern vor Ort.

 

Eisenocker und Sulfateinträge in der Spree sind eindeutige Folgen des Braunkohlebergbaus in Sachsen.

Nach Messungen des Brandenburger Umweltamtes liegen die Werte für Eisen im Mittel bei 7,8 mg/l in Zerre (Landkreis Bautzen) und 7,4 mg/l am Messpunkt Spremberg Süd (Landkreis Spree-Neiße). An der Spreequelle betrug der Eisenanteil im Wasser noch 0,005 mg/l.

 

Um die Sanierung der ehemaligen Tagebauflächen weiter voranzutreiben, müsse die Finanzierung der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) als bundeseigenes Unternehmen sichergestellt werden, sagte Benjamin Raschke. Der Bund dürfe sich hier nicht aus der Verantwortung stehlen. Allein nach Berlin zu blicken, sei aber zu wenig. Die Landesregierungen von Brandenburg und Sachsen könnten nicht einerseits an der dauerhaften Braunkohleförderung festhalten und auf der anderen Seite die Schäden ausblenden.

 

"Hinsichtlich der noch in Betrieb befindlichen Tagebaue fordern wir schon lange eine verursachergerechte Finanzierung der Braunkohle-Folgekosten", fügte Schubert hinzu. "Das Land hat hier die Verantwortung, dass diese Tagebaue eben nicht solche Katastrophen, wie sie sich beispielsweise an der kaum noch mit Leben gefüllten Spree zeigen, hervorrufen."

 

"Eine intakte Spreelandschaft ist nicht zuletzt ein wirtschaftlicher Faktor: Der Aufbau des Tourismus, der ein wichtiger Baustein für den Strukturwandel in der Region ist, hängt davon maßgeblich mit ab", so beide Landtagsabgeordnete, die auch biografisch durch die Spree verbunden sind ‒ Raschke lebt im Spreewald, Schubert in Neugersdorf.

 

>> Messwerte Eisen, Landesamt für Umwelt Brandenburg:

http://www.mlul.brandenburg.de/cms/media.php/lbm1.a.3310.de/tab_messstellen_spree.pdf

 

Hintergrund:

Die Landtagsabgeordneten Franziska Schubert (Sachsen) und Benjamin Raschke (Brandenburg) sind vom 25. Juli bis 2. August 2016 der Spreeverschmutzung auf der Spur. Bis zu ihrem Ziel am 02.08. in Berlin wollen die beiden Politiker auf ihrem Tandem etwa 500 Kilometer zurücklegen und an über 20 Stationen mit Bürgerinitiativen, Verwaltung, Politik und Umwelt- und Naturschutzverbänden zu Ursachen, Auswirkungen und Lösungsansätzen für eine Reinhaltung der Spree diskutieren. Thematisiert werden dabei das Ökosystem, die Wasser- und Lebensqualität in, neben und auf der Spree, z. B. die Eisenhydroxid- und Sulfatbelastung, Fragen der Gewässerunterhaltung und der Strukturwandel in der Lausitz.

 

Die beiden Abgeordneten berichten per Kurznachrichtendienst Twitter (@FranziskaOL und @Ben_Raschke) live von der Tour - Hashtag #KlareSpreeTour.

 

Mehr Informationen zur „Für eine Klare Spree“-Tour finden Sie unter http://www.franziska-schubert.de/franziska-auf-sommertour-2016/ und http://benjamin-raschke.de/klare-spree-tour-2016/news-detail/article/fuer_eine_klare_spree_tour/