Oberlausitzer Abgeordnete aus Ebersbach-Neugersdorf positioniert sich zum Entwurf des neuen Nahverkehrsplanes

Schubert: Anbindung des Oberlands bleibt zentrales Thema für die Regionalentwicklung – Tourismus kann nur funktionieren, wenn der Nahverkehr gut aufgestellt ist

 

Franziska Schubert, Oberlausitzer Abgeordnete (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN), unterstützt aktiv die Gemeinden im Landkreis Görlitz im Zuge des künftigen Nahverkehrsplans des Zweckverbands Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien (ZVON).

 

„Die Stärkung der Strecke Dresden-Zittau ist für viele Gemeinden an dieser Strecke wichtig. Der Tourismus profitiert davon genauso wie die Menschen, die hier leben. Ein gemeinsames Starkmachen der Gemeinden im Landkreis Görlitz unterstütze ich aus voller Überzeugung – es ist ein deutliches Zeichen. Im Nahverkehrsplan sollte darum auch festgehalten werden, dass gemeinsam mit den Gemeinden Überlegungen zur Sanierung und eventuellen Neueinrichtung angestrengt werden müssen. Die Gemeinden erleben vor Ort am besten, was gebraucht wird und wo Lücken sind.“

 

„Mit Blick auf den Tourismus, insbesondere an den Wochenenden sollte die Bedienzeit an Wochenenden und Feiertagen ausgedehnt werden von jetzt 6-20 Uhr in 6-0 Uhr zu ändern ist. Hier muss auch der Blick nach Tschechien gehen, insbesondere ins nahgelegene, attraktive Liberec. Hilfreich wäre auch, wenn es endlich einen gemeinsamen Tarif der Verkehrsverbünde geben würde – die Verbundgrenzen überfordern viele NutzerInnen oder schrecken gar ab.“ ...

 

... „Ich möchte die Forderung bzgl. der Elektrifizierung der Strecke Zittau-Görlitz, die schon vor längerer Zeit gefallen ist, wiederholen und erweitern: es braucht endlich ein klares Bekenntnis zur Strecke Zittau-Görlitz bis hin zur Elektrifizierung der gesamten Strecke bis Berlin – denn Berlin/Brandenburg ist traditionell ein touristisches Quellgebiet für unsere Region.“

Schuberts eigene Heimatstadt Ebersbach-Neugersdorf, wo sie auch im Stadtrat sitzt, hat zukunftsweisende Vorschläge erarbeitet, welche von der Abgeordneten aktiv unterstützt werden.

„Die Anbindung des Oberlands an das Mittelzentrum Löbau und darüber hinaus an die Kreisstadt Görlitz ist aus Sicht meiner Heimatstadt Ebersbach-Neugersdorf höchst unbefriedigend. Ich stelle mich daher hinter die Forderung nach einer Reaktivierung der Bahnstrecke Löbau–Ebersbach: die Fahrzeiten sind unschlagbar gegenüber dem Bus.“

„Sinnvoll ist auch eine Verlängerung der Züge über Ebersbach hinaus ins tschechische Rumburk – dort könnte eine Verknüpfung mit der neuen, sehr beliebten Nationalparkbahn realisiert werden. Die Oberlausitz und die Sächsisch-Böhmische Schweiz könnten mit dem Zug verbunden werden und so den Tourismus fördern.“

Der Ansatz des ZVON, die Einführung sog. PlusBusse zu prüfen, ist für Schubert ein Schritt in die richtige Richtung: „Die Grüne Landtagsfraktion hat das bereits in der ÖPNV-Konzeption SachsenTakt 21 unter dem Namen TaktBus angeregt – und das schon seit einigen Jahren.“ Der PlusBus oder TaktBus soll ein schnelles, attraktives Angebot zwischen Zentren schaffen, die keine Bahnverbindung haben. Auch als Ersatz bei eingestellten Bahn-Relationen kann er fungieren, muss aber bahnähnliche Qualitätsstandards erfüllen. Die Linie 55 wäre prädestiniert für einen PlusBus: Mit ihrer direkten Linienführung von Seifhennersdorf über Neugersdorf ins Mittelzentrum Löbau könnte sie auch als Vorlaufverkehr für die geforderte Bahn-Reaktivierung zwischen Ebersbach und Löbau dienen. Schubert hat aber Bedenken, dass der ZVON die Bedienungsstandards für den PlusBus so hinbiegen will, dass bei vielen grundsätzlich geeigneten Buslinien nichts mehr verbessert werden bräuchte, um sie als PlusBus zu bezeichnen „Taktlücken von 90 min, Betriebsschluss schon um 19:00 und nur 5 Fahrten am Sonntag bei der 55 – für den PlusBus sehe ich hier noch Optimierungsbedarf“ regt sie an.

Wirtschaftsförderer und Tourismusexperte Stefan Halang von der Stadtverwaltung Ebersbach-Neugersdorf wünscht sich einen eigenen Liniennetzplan des ZVON für Ebersbach-Neugersdorf; eine sog. Stadtbuslinie. Das kann Schubert nur unterstützen: „Hier enden und beginnen ca. 8 reguläre Buslinien, einige haben auch eine stadtinterne Erschließungsfunktion. Zudem wurden vor ein paar Jahren Linien getauscht. Mit einem Übersichtsplan könnten GelegenheitsnutzerInnen des ÖPNV und TouristInnen schnell den Überblick gewinnen.“

Dass sich die Spreequellstadt für den Ausbau der Bike+Ride-Anlagen an ihren Stationen einsetzt, findet Schubert richtig: „Nicht nur aufgrund unserer Lage am Spreeradweg ist die Kombination von Fahrrad und Bahn zu begrüßen: wir werden im Stadtrat beratschlagen müssen, dass unsere Eigenanteile zum Ausbau dieser Infrastruktur auch im Haushalt niedergeschrieben werden.“

 


Eine Pressemitteilung aus Zittau:

Zittau nimmt gemeinsam mit weiteren Kommunen Stellung zum Nahverkehrsplan des ZVON

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