Tag der biologischen Vielfalt – Franziska Schubert (Grüne): „Es wird Zeit, dass die Fördergelder endlich stärker unsere regional und nachhaltig arbeitenden Land

Am Tag der biologischen Vielfalt wird das Ausmaß des Verlustes an Arten besonders bewußt: seit 1980 hat sich die Zahl der Vögel auf landwirtschaftlichen Flächen halbiert. 80 Prozent der Insektenbiomasse und 95 Prozent der Wildbienen sind verschwunden. Insbesondere der Insektenverlust droht unser Lebensumfeld unwiderruflich zu stören: denn ohne Insekten gibt es keine

Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen. Auch Nahrung für Vögel und andere Tiere fehlt.

 

Landtagsabgeordnete und Kreisrätin Franziska Schubert (Grüne) fordert angesichts dieser verheerenden Zahlen ein entschlossenes Handeln aller politischen Akteure in Kreis, Land und Bund:

 

"Ich habe selbst bei mir zu Hause Bienenvölker und engagiere mich seit Jahren im Artenschutz. So weiß ich auch ganz praktisch, dass Pestizide und Monokulturen das spürbare Insektensterben verursachen und befördern. Damit bedrohen Pestizide auch unsere Tierwelt in der Oberlausitz. Gifte auf dem Feld oder im Garten schädigen Lebewesen - und führen zu Kettenreaktionen. Gift tötet sogenannte Unkräuter, Kleinlebewesen, Sporen und gelingt in die Luft und auch in Gewässer. Das geht zu Lasten der Umwelt, der Arten und auch uns Menschen.

 

Immer mehr Landwirte machen sich auf den Weg, weniger oder keine Ackergifte mehr zu

verwenden. Was wir brauchen, ist ein entschlossenes Handeln in Landkreis, Freistaat und Bund für die Artenvielfalt hier in der Oberlausitz. Die derzeitigen Verhandlungen um den EU-Haushalt müssen dringend für eine Reform der Agrarförderung genutzt werden. Landwirte, die sich für die Artenvielfalt einsetzen, müssen mehr Geld verdienen.

Öffentliches Geld für öffentliche Leistungen, die dem Gemeinwohl dienen - das muss die Richtschnur sein.

 

Der Dialog miteinander, zwischen Landwirten, Konsumenten und Imkern sowie Artenschützern muss Bestandteil eines neuen Paktes für gesunde Landwirtschaft, von der Landwirte gut leben können, werden.

 

Es wird Zeit, dass die milliardenschweren Fördergelder der EU stärker unsere regional und nachhaltig arbeitenden Landwirte erreichen. So, wie Förderung im Moment läuft, profitieren Wenige davon - da muss sich grundlegend was ändern.

 

Giftige Wirkstoffe wie Glyphosat und Neonicotinoide sollten so zügig von unseren Feldern und Wiesen verschwinden - das hilft uns Allen."

 

Auch die Bürgerinnen und Bürger können mit erste Hilfe leisten:

„Schon mit wenigen bewussten Kaufentscheidungen kann man einiges verändern. Honig vom Imker aus dem Ort oder Saft von nebenan finanziert den Insekten hier in der Region ein Zuhause. Wer mehr tun möchte, der kann Bienenblumen pflanzen, ganz gleich, ob im Garten, im Blumenkasten oder auf der Fensterbank. Auch mit einem selbstgebauten Insektenhotel kann man seinen kleinen Beitrag zur Artenvielt leisten“, so Frau MdL Franziska Schubert abschließend.