PM: GRÜNE fordern Unterstützung der Weidetierhalter – Schafe, Ziegen & Mutterkühe sind als Landschaftspfleger wichtiger Bestandteil von Landwirtschaft und Natur

Schubert: Wir wollen den sächsischen Weidetierhaltern mit einer Weidetierprämie endlich aus der Existenznot heraus helfen
 
Dresden. Der Haushalts- und Finanzausschuss des Sächsischen Landtags befasste sich in der heutigen öffentlichen Anhörung zum Doppelhaushalt 2019/2020 mit dem GRÜNEN-Änderungsantrag zur Unterstützung der sächsischen Weidetierhalter im Umfang von 5,8 Mio. Euro pro Jahr.
"Mit der Prämie von 40 Euro pro Muttertier und Jahr setzen wir uns konsequent für die Weidetierhalterinnen und -halter ein. Damit kann die extensive Grünlandpflege und Offenhaltung der Kulturlandschaft erhalten bleiben", erklärt Franziska Schubert, haushalts- und finanzpolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag. "Zudem gilt es, die lange Tradition der Schaf- und Ziegenhaltung in Sachsen zu bewahren und den Beruf wieder attraktiver zu machen."
 
Schafe, Ziegen oder auch Mutterkühe naturnah und ihren Bedürfnissen entsprechend auf der Weide zu halten, bedeutet einen erhöhten Arbeitszeitbedarf sowie einen deutlichen Mehraufwand für Herdenschutzmaßnahmen. Die Weidetierhaltung, als eine besonders tierartgerechte Form der Nutztierhaltung, sorgt durch die extensive Bewirtschaftungsweise für die Offenhaltung der Kulturlandschaft, den Erhalt magerer Lebensräume und damit für die Bewahrung seltener Tier- und Pflanzenarten. Die Unterstützung der Weidetierhalter ist somit nicht nur für die Landwirtschaft selbst von Bedeutung, sondern vor allem auch für den Naturschutz.

"Wir wollen, dass für diese wertvolle öffentliche Leistung eine Entschädigung gezahlt wird. Das ist keine Subvention. Derzeit bedeutet jedes Mutterschaf pro Jahr im Moment ein Minus in Höhe von 39 Euro für die Weidetierhalterinnen und -halter. Dies gilt es erst einmal auszugleichen", so die Abgeordnete.
 
Den GRÜNEN-Antrag für eine Weidetierprämie für sächsische Weidetierhalter unterstützte in der Anhörung die von der GRÜNEN-Fraktion benannte Sachverständige, Frau Dr. Regina Walther vom Sächsischen Schaf- und Ziegenzuchtverband e.V.:
"Die Landschaftspflege wird gefordert, aber von der Gesellschaft nicht entlohnt. Deshalb ist eine Weidetierprämie für die Leistung der Tiere und der Halterinnen und Halter gerechtfertigt. Auch der Hochwasserschutz an Fließgewässern wird zur Herausforderung, wenn keine Schafherden mehr vorhanden sind", warnt Walther.
"Wenn die Weidetierprämie nicht kommt, dann wird es in absehbarer Zeit keine Weidetierhaltung mehr geben, die über die Hobbyhaltung hinausgeht – das wäre ein Verlust, der nicht gewollt sein kann."
 
Hintergrund:
In Sachsen gibt es laut Aussagen der Staatsregierung 145.700 Tiere, die unter die Weidetierprämie fallen würden. (Kleine Anfrage 6/14788)
>> Antwort des Umwelt- und Landwirtschaftsministeriums auf die Kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten Wolfram Günther (GRÜNE) 'Tierbestandszahlen in der Mutterkuh-, Schaf- und Ziegenhaltung' (Drs 6/14788):
http://edas.landtag.sachsen.de/viewer.aspx?dok_nr=14788&dok_art=Drs&leg_per=6&pos_dok=1&dok_id=undefined
 
Seit 2010 haben über 15 Prozent der sächsischen Schafhalter aufgegeben. Der Schafbestand ist um 20 Prozent gesunken.
Die Weidetierprämie bezieht sich auf die Haltung von Mutterschafen, Mutterkühen, Ziegen und weiteren, für die Weidehaltung geeigneten Weidetieren, wie Wisente, Koniks oder Büffel. Derzeit werden in Sachsen mehr als 40.000 Mutterkühe, 94.000 Schafe und 11.000 Ziegen älter als zehn Monate gehalten.