Ein voller Tag - 6. Februar 2019

Heute habe ich Kerstin Thun und Dirk Schubert von der Metallbau Schubert GmbH in Markersdorf getroffen. Sie haben das Unternehmen im Januar 2018 von ihrem Vater übernommen und führen es nun mit ca. 150 MitarbeiterInnen.

Ich bin aufmerksam geworden auf das Unternehmen auf dem Neujahrsbrunch der Wirtschaft in der Landskron-Brauerei, als der Senior-Chef in der Podiumsrunde dabei war.

Wir haben heute darüber gesprochen, wie das Unternehmen erfolgreich übergeben werden konnte und wie wichtig die Ausbildung von Mechanikern, Systemplanern und Klempnern in Zeiten des Fachkräftemangels für Metallbau Schubert ist. Weiteres Thema in dem Zusammenhang war das Sterben der Handwerksberufe.

Derzeit gibt es 11 Auszubildende im Unternehmen. Unter ihnen sind auch zwei junge Männer aus Afghanistan. Sie wollen hier arbeiten und sich in die Gesellschaft integrieren. Ihr Aufenthaltsstatus ist nicht geklärt.

Das ist nicht nur ein Risiko für die zwei jungen Männer, sondern auch für das Unternehmen. Menschen, die sich einbringen wollen, einen Job haben, beitragen – sollten eine Chance und vor allem auch eine rechtlich einwandfreie Möglichkeit haben, hier zu bleiben.

Für Metallbau Schubert ist es wie für andere Unternehmen, die geflüchtete Menschen in Arbeit und Ausbildung integrieren: sie können Entscheidungen der Behörden nicht nachvollziehen. Sie wollen einfach nur Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dauerhaft im Unternehmen halten. Insbesondere, wenn diese gut sind und tatsächlich Fachkräfte für das Unternehmen sind.

Ich denke, dass solche Situationen schnell und unkompliziert geklärt werden müssen - damit kleine und mittelständische Unternehmen wie Metallbau Schubert Planungs- und Rechtssicherheit haben.

Was ich an UnternehmerInnen wie Kerstin Thun und Dirk Schubert auch sehr schätze, ist der Blick für das Mögliche und pragmatische Lösungen.

Wir stellten fest, dass Rückkehrerinnen und Rückkehrer für die Entwicklung unserer Region wichtig sind. Sie bringen einen ganz eigenen Blick mit.

Beim Thema Strukturwandel waren wir uns einig: es braucht eine aufgabenorientierte Steuerung, die momentan nicht erkennbar ist. Strukturwandel heißt Strukturen wandeln und aufbauen - die Stimme der kleinen und mittleren Unternehmen unserer Region ist dabei wichtig. Sie spricht die Sprache des Pragmatischen.

Von den Aufgaben her denken - das ist auch meine Herangehensweise.

 

Die SZ berichtete: https://www.saechsische.de/plus/markersdorfer-firma-bildet-zwei-fluechtlinge-aus-5031285.html