Ein OB-Wahlkampf ist spannend. Ein paar Gedanken.

Neben viel Neugier, Zuspruch und Interesse gibt es auch die andere Seite.

"Die hat keine Ahnung von Wirtschaft."
"Die Grünen können nicht mit Geld umgehen, das wissen doch Alle."

Wer solche Einstellungen in sich trägt, ist kaum zu überzeugen. Ich würde mich freuen, wenn es die Bereitschaft gäbe, einander kennenzulernen und sich miteinander bekannt zu machen.

Gerade UnternehmerInnen sind oft auch rational unterwegs. Angebote prüfen. Angebot und Nachfrage checken. Qualität im Auge behalten. Ökonomisch denken - Ressourcen betrachten.

Kann 'Schublade auf-Schublade zu' die Grundlage für eine abgewogene Meinungsbildung sein?

Ich bin Wirtschaftsgeografin. Seit Jahren bin ich fachlich da unterwegs. Die wirtschaftliche Entwicklung von Grenzregionen ist mein Fachthema, neben der Demographie. An der TU Dresden habe ich "Industrialisierung und Tertiärisierung", "Wirtschaftlicher Strukturwandel" und ähnliches gelehrt und zahlreiche Studierendenarbeiten begleitet. Auslandserfahrung sowie Mehrsprachigkeit bringe ich mit.

Mit dem Bündnis Zukunft Oberlausitz haben wir über 5 Jahre hinweg Veranstaltungen gemacht, begonnen als Rückkehrenden-Initiative. Da hat sich noch niemand dafür interessiert, da haben wir das schon gemacht. Wir haben Stellenangebote offensiv verbreitet in Koop mit der Arbeitsagentur, um unsere Leute wieder her zu kriegen! 10 Jahre ist das her. Ich war selbständig, schon neben dem Studium, habe unter anderem an einem Rückkehrendenprojekt mit 12 europäischen Regionen mitgewirkt.

Als ich zurückgekommen bin, habe ich gemeinsam mit anderen Menschen Initiative ergriffen und Vereinsstrukturen aufgebaut. Arbeitsplätze konnten geschaffen, ein Regionalprodukt entwickelt, ein Kultur- und Bildungszentrum mit Leben erfüllt werden. Daran habe ich gearbeitet - mit einem tollen Team. Der Umgang mit Fördermitteln, dem Finanzamt und so weiter sind mir aus vielen Jahren Praxis bekannt.

Als Neulandgewinnerin der Robert-Bosch-Stiftung konnte ich mit kreativen, engagierten Menschen helfen, Leerstandsinitiativen in der Region zu unterstützen - ich bin mittlerweile Jurymitglied im Neulandgewinner-Programm, voller Überzeugung.

Als Landtagsabgeordnete bin ich fachlich zuständig für Haushalt und Finanzen. Ein Teil meiner Reden ist online als Video verfügbar, der Rest nachlesbar, öffentlich zugänglich. Milliardenhaushalte mit zu verhandeln kann ich. Ich weiß, wo was steht, wie die Mechanismen ticken und wo Schindluder getrieben wird.

Kommunaler Finanzausgleich, der die Stadt- und Gemeinde- und Kreishaushalte betrifft - konkrete Vorschläge, wie er zu ändern ist, liegen von mir auf dem Tisch.

Ich bin keine Musikerin. Ich bin keine Polizistin. Ich habe keinen Bart.

Ich bin Oberlausitzerin, hartnäckig, bodenständig und ehrlich. Freundlichkeit und Anstand sind mir wichtig. Ich helfe gerne und arbeite gerne. Engagement für die Region ist mir immer Herzensangelegenheit. Mein Geist ist wach und neugierig. In Zusammenhängen denken beherrsche ich, strukturieren ebenso.

Ich weiß, was ich gemacht habe und was ich mitbringe. Ich bin Wirtschaftsgeografin und Finanzpolitikerin, die ihr Handwerk gelernt hat. Ach ja. Handwerkstochter bin ich auch. Ferienarbeit, Jobben neben dem Studium war immer selbstverständlich. Metallbude, Verkauf, Gastro.

'Schublade auf - Schublade zu.'
Oder: Kennenlernen. Prüfen. Direkt statt darüber reden. Ökonomisch vorgehen bei der Meinungsbildung.